Das Forum befasst sich mit dem Thema posttraumatische Belastungsstörung, ein Selbshilfeforum für Betroffene und Interessierte, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten.
 
StartseiteForenregelnPortalPartnerFAQSuchenLoginAnmeldenImpressum


Achtung: Wir sind umgezogen nach: http://ptbs-forum.de


Herzlich willkommen im alten PTBS-Forum
Gast


Bitte beachtet die ergänzenden neuen Forenregeln, die Forenphilosophie
und die Änderungen bei den Lese- & Schreibrechten.
Diese sind nun deutlicher als zuvor in den Forenbeschreibungen hervorgehoben.



Teilen | 
 

 Einmal PTBS - immer PTBS??

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : 1, 2, 3  Weiter
AutorNachricht
Gast
Gast




BeitragThema: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 12:17

Hallo Leute,

also mich interessiert mal Eure Meinung zu folgendem Thema:

Ich habe schwere Kindheitserlebnisse, also Traumata, hatte bestimmt eine sehr unglückliche Kindheit etc... aber ich habe so mein Leben gelebt mit Höhen und Tiefen. Vieles war schon sehr schwer aber ich wollte bis heute NICHTS wahrhaben.

Dann hatte ich 2002 ein Erlebnis, wonach ich psychisch zusammen gebrochen bin, mir fehlen da mehrere Monate Wissen was ich gemacht habe. Also habe ich von 2003 - 2006 eine Therapie gemacht - die besch. war, nein in Wahrheit war es die Hölle.

Meine Thera hat alles mögliche diagnostiziert, nur keine PTBS. Dies hat dann 2006 ein Psychiater getan und mich nach der mich stark suizidal gemachten Therapie in Reha geschickt.

Da bin ich dann stabilisiert raus gekommen und habe "nur 2009 und jetzt 2012 zwei schwere Krisen wegen Trennung durchlebt mit Panickattacken, Alpträumen, generalisierten Ängsten, Schlafstörungen, Depris, Alk zur Beruhigung usw.

Nun werde ich gerade löchrig und komme meinen Kindheitserlebnissen näher. Und jetzt gehts ans Eingemachte. What a Face

Und jetzt meine Frage, hatte ich die ganze Zeit eine PTBS, ich meine behält man die? Phasenweise fühle ich mich nicht sooo schlecht, ein bisschen was ist immer z.B. die Erregbarkeit und die Schreckhaftigkeit, auch mal ein Alptraum aber es geht eigentlich. Oder taucht die in bestimmten Lebensphasen auf wenn ein schlimmes Ereignis eintritt? Ich hätte eigentlich gar nicht mehr gedacht noch was zu haben, aber nun diese Löchrigkeit?? bounce

Nach oben Nach unten
Gast
Gast




BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 18:27

Guten Morgen keks Smile

Gute Frage, nächste Frage.

Ich hab zumindest noch nie von jemanden gehört oder gelesen, der von PTBS geheilt wurde. Am Ende einer Traumatherapie ist ja eigentlich das Ziel die Traumata aufzulösen. Ich weiß nicht, wie man sich danach fühlt. Kurz bevor es bei mir dazu kam, bin ich mal wieder umgezogen.

Also mir gehts auch so, dass es mir phasenweise gut geht. Eigentlich bin ich sogar sehr glücklich und zufrieden mit meinem Leben, aber 2-3 Mal im Jahr merk ich dann doch noch, dass ich PTBS hab. Dann verkrieche ich mich und versuche zu analysieren, was passiert ist. Mit jedem Mal wird es besser. Meine Trigger wurden reduziert. Aber wenn ich mich mal zu sicher fühle und mich schon freue, dass mal ein halbes Jahr am Stück gar nichts passiert ist, dann kommts wieder knüppelhart.

Wahrscheinlich würde ich mich auch ohne PTBS sehr anders fühlen als die anderen Menschen. Ich möchte auch nicht immer alles der PTBS zuordnen. Es gab z.B. einmal eine Phase in der ich wochenlang nicht geschlafen und nachts so geschwitzt hab, dass ich 3x nächtlich meine Wäsche wechseln musste. Natürlich dachte ich, das ist wie früher, jetzt gehts wieder los mit den Alpträumen. Dann bin ich zum Arzt und es war eine Schilddrüsenunterfunktion.
Nach oben Nach unten
fauna
Ehren-Mitglied
Admin a.D.

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 03.07.10

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 8076

Allgemeine Bemerkung : Es geht nicht darum, keine Ängste mehr zu haben, sondern mich nicht mehr von ihnen beeindrucken zu lassen.

Arbeit/Hobbys : Arbeit: Verschiedenes / Hobbies: Skifahren, Klettern, Hochtouren, Landschaften geniessen bei Wanderungen, Radtouren, Schreiben. Träumen, Tanzen


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 19:22

Hallo Keks

Ich habe das Gefühl, dass die PTBS-Symptomatik mit Flash, Panikattacken, krasse Dissos weg ist. Geblieben sind mir Schlafstörungen, die zwischenzeitig besser waren und eine Depression, die sich für mich subjektiv schmerzhafter anfühlt - weil ich eben fühle, auch wenn ich in der Depri starr bin.

_________________
sunny

Es geht nicht darum, dass du keine Ängste hast,
sondern dass sie dich nicht mehr beeindrucken.

Urheber ist glaube ich J. und/oder K. Arko.
Nach oben Nach unten
bim-bim
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 02.02.11

Weiblich

Geburtstag : 18.05.63

Alter : 55 Sternzeichen : Stier

Anzahl der Beiträge : 432

Allgemeine Bemerkung : versuche, mich selbst lieben zu lernen...

Arbeit/Hobbys : erzieherin/ tagesmutter


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 20:22

Hallo keks,
bei mir ist das Gefühl so, als ob die PtBS so in mir schlummert. Es gibt Zeiten, da schlummert sie richtig tief und fest. Man bemerkt sie kaum. Zu anderen Zeiten ist sie kurz vorm Aufwachen und fängt an in mir zu rumoren. Leider wacht sie auch hin und wieder richtig auf: da wird es dann sehr unangenehm.
Ein paar Mal hab ich schon geglaubt, dass sie nicht mehr da wäre und war dann sehr enttäuscht als sie sich wieder zeigte. Es ist schwierig für mich, sie zu akzepieren, wenn sie mal wieder die Zähne zeigt. Da muss ich noch üben...
Nach oben Nach unten
autschi
Mitglied

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 09.01.12

Weiblich

Geburtstag : 06.09.65

Alter : 53 Sternzeichen : Jungfrau

Anzahl der Beiträge : 6805

Allgemeine Bemerkung : - feel like an alien -

Arbeit/Hobbys : - starbase-commander in künstlerseele! - Copyright -


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 20:23

... es gibt übrigens mehrere körperliche erkrankungen, die sich wie ptbs auf den organismus umd das wesen auswirken ... oder so erscheinen wie die ptbs.
nicht nur schilddrüsenerkrankungen gehen auf die nerven .... ich kenne aber viele erkrankte an der schilddrüse, die auch ptbs haben
und die erkrankungen können aus sicht der chin. med., die viel mit psych-soma. analysiert, eben aus beiden richtungen ins system eindringen ...
.... somit kann ich mir fehlfunktionen hier als ursache von ptbs-ähnlichen symptomen und auch als körperliche langzeitfolge von ptbs vorstellen.
aus der sicht der tcm deswegen denkbar ... weil schilddrüse z.b. gehört zu den wandlungsreichen feuer und wasser ... und beeinflusst holz wie erde ... wie die ptbs, wo der wind durchschlägt in feuer und wasser und so holz und erde massiv aus dem gleichgewicht bringt, (wer die entsprechungen kennt, weiß um die symptomebenen)
denn es sind die kinder von wasser und von feuer ... wo der wind so reinpfeift und diese aspekte so schwächt.....die dann die kinder nicht mehr oder fehlernähren ...

blubb ... und bla ...
sorry, in meinem kopf laufen immer gleich so analysen ab, wenn ich auf erklärbares stosse ... bin wohl ein quasselkopp ... oder ein wandelndes buch, wie mama immer sagte ...

einmal geschehen ist jedenfalls für immer einmal geschehen ...
wir alle arbeiten an den folgen von trauma und/oder gewalt ... und jeder wünscht sich wohl eine allgemeinformel, die flupp alles wieder gut macht ...
ich glaube aber, dass das gleichgewicht in jedem statisch-dynamischen system nur wieder herzustellen ist, wenn die bewusstheit über die verläufe und die individualität der verläufe in die gesetze der verarbeitung mit einbezogen sind ...

und geschehen wird es trotzdem immer bleiben ...
so dass der schmerz (zuviel extremwind), den wir mitunter dabei entdecken immer eine eben des ausdrucks finden muss, damit er nicht wieder instabile bereiche ins wanken bringt ---

ich schreibe anders über die dinge, da bei mir auch die körperebene betroffen ist in gleicher weise, und ich über die körperarbeit auch die ptbs-symptomatik erreiche, .... für mich besser sogar, da der schmerz vom quasseln nicht weniger wird ... aber sturm ins system bringt, weil er erstarrte winde in bewegung setzt und dann ist die stunde rum ...
in meiner körperarbeit wird der erstarrte wind anders angeschaut
und es werden lösungen und richtungen gefunden oder angebahnt
.... das nervensystem macht den rest ja lieber ungestört und von allein, wenn man es nur in frieden und machen lässt ....
körperarbeit ist aber erfahrungsgemäß sowieso bei der ptbs besser mit einzubeziehen, weil ja die wahrnehmung dort oftmals genauso stark gelitten hat ... wie in der seele ... und depressionen mildert ...

... quaselbirne hat fertig ...

ich werde mit meiner ptbs sicher nicht mehr fertig in der auflösung der winde ... drum hab ich mich zum wirbelwind gezwirbelt, der das tanzen übt ... und mit den windmühlen spielt ...
die mich schon mal so aufregen, dass ich als stürmischer wirbelwind bei denen am rad rumschraube .... Smile *spässle*

_________________
... die phantasie ist wichtiger als das wissen, denn wissen ist begrenzt ...
(albert einstein)
Nach oben Nach unten
Pauline08
Administrator

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 11.09.12

Weiblich

Geburtstag : 29.12.63

Alter : 54 Sternzeichen : Steinbock

Anzahl der Beiträge : 5272

Allgemeine Bemerkung : ’’ Man braucht vor dem Leben keine Angst zu haben, wenn man seine Angst versteht. Marie Curie

Arbeit/Hobbys : Rehaausbilderin, derzeit EU-Rente, Hundepsychologie, Malen und meine Tiere,


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 21:07

Hallo keks,

bei mir wurde ptbs erst dieses Jahr ausgelöst und auch diagnostiziert. Ich bin noch total am Anfang. Zur Zeit geht es mir relativ gut, nur das mit dem Schlafengehen und den dann anfangenden Todesängsten, das habe ich noch nicht. Ich gehe gezielt allem aus dem Weg, was mich triggern könnte und bin sehr sehr vorsichtig.

Bei mir soll Anfang nächsten Jahres nun eine tiefenpsychologische Therapie beginnen. Ich denke, durch das Gewühle wird es schlimmer, momentan kann ich wieder gut alles in Schubladen wegstopfen. Aber ich weiß, dass das nicht zur "Heilung" beiträgt.

Und mit einem hast Du auf jeden Fall recht, ich bin auch vorsichtig geworden, alles, aber auch alles auf die ptbs zu schieben. Manche Reaktionen waren auch schon vor Jahren so, wie sie jetzt sind, die nicht durch die ptbs begründet sind.

Wir werden wohl ein aufregendes 2013 erleben.

lg pauline

_________________
Die Seele ist ein weites Land
Arthur Schnitzler  schmetterling schmetterling  schmetterling

Auch wenn du am Abgrund stehst, und gar nichts mehr verstehst,
wachen Engel über dich, halten dich im Licht und lassen dich nie fallen.
Nach oben Nach unten
Carissa
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 21.12.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 23


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 21:13

Hallo keks,

ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die PTBS nicht die ganze Zeit aktiv ist, aber wenn sie mal getriggert ist, habe ich eine ganze Weile damit zu tun, unter Umständen auch ziemlich heftig.

Damit, dass die Symptomatik irgendwann mal komplett weg ist, rechne ich nicht. Ein Therapieziel ist bestimmt, immer besser mit Triggern und Dissoziationen umgehen zu können.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast




BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 22:10

Liebe Mitforis,

vielen Dank für Eure Beiträge. gut Das gibt mir neuen Stoff zu nachdenken und in vielen Dingen finde ich mich auch wieder. Wahrscheinlich schlummert die PTBS irgendwo immer ein Stückchen in mir und kommt bei Belastung und Triggern stärker durch. Na da bin ich ja sehr dankbar für die ruhigeren Phasen.

Ich meine komplett symptomfrei bin ich nie, aber die gehören so zu meinem Leben wie meine Augenfarbe oder meine Ohren und da bemerke ich sie nicht mehr. zwinker

Ich glaube das Grundproblem ist bisher noch meine behaarliche Weigerung der Annahme der Dinge die Geschehen sind. Denn wenn ich das würde dann... oha affraid

So verbrauche ich immer mehr Energie zum Verdrängen und dann kommst doch irgendwann durch...

Ich möchte auch nicht, dass die Erkrankung nicht so viel Bedeutung für mein Leben bekommt, da ich einfach nur leben will!! Ich will mich nicht mit dem Schrecklichen befassen. Aber wer will das eigentlich schon?
Nach oben Nach unten
wolfmuc
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 07.12.12

Männlich

Geburtstag : 20.10.60

Alter : 58 Sternzeichen : Waage

Anzahl der Beiträge : 129

Arbeit/Hobbys : Autobranche - Lackierer - CAD


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 26 Dez 2012 - 22:49

Hallo

Zitat :
Und jetzt meine Frage, hatte ich die ganze Zeit eine PTBS, ich meine behält man die?

ja,
Die PTBS stellt einen Versuch des Organismus dar, eine traumatische, mitunter lebensbedrohliche Situation zu überstehen. Daher handelt es sich ursächlich nicht um eine Störung (Fehlfunktion), sondern um eine gesunde und zweckdienliche Reaktion.

so stehts in
http://de.wikipedia.org/wiki/PTBS

lg
Wolfmuc

_________________
M 52, Vater, Single, rez. Depressionen, 2007 Bournout, BipolarII, Schalfphasensyndrom,
partielle PTBS
Nach oben Nach unten
Gast
Gast




BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 27 Dez 2012 - 5:30

Hallo fauna,
Danke für Deine Antwort.

fauna schrieb:

Ich habe das Gefühl, dass die PTBS-Symptomatik mit Flash, Panikattacken, krasse Dissos weg ist. Geblieben sind mir Schlafstörungen, die zwischenzeitig besser waren und eine Depression, die sich für mich subjektiv schmerzhafter anfühlt - weil ich eben fühle, auch wenn ich in der Depri starr bin.

Wie sieht es denn dann bei Dir aus? Also würdest Du sagen, dass Du jetzt noch eine PTBS hast, oder nicht? Oder würdest Du heute sagen, Du hast eine Depression?

Weshalb ich das alles wissen will, ich fühl mich halt manchmal ganz "normal". Embarassed

LG, keks
Nach oben Nach unten
Socke
Mitglied

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 26.05.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 221

Allgemeine Bemerkung : Zeit ist der Umstand, der verhindert, dass Alles auf einmal passiert


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 27 Dez 2012 - 19:51

irgendwie treibt mich dieses Thema um, und gleichzeitig bekomme ich es wenig zu fassen.

Als ich letztes Jahr die Diagnose PTBS erhielt, da war es für mich erst einmal gut, eine Diagnose zu haben. Und dann auch noch eine, in der ich mich wieder fand. So wusste ich zumindest schon einmal, ich bin mit vielen meiner Empfindungen nicht alleine. Die sind bekannt. Und wenn ich mit einer Therapeutin darüber rede, mich traue, darüber zu reden, dann rede ich nicht eine völlig unverständliche Sprache (wenn ich denn eine Sprache finde).

Heute bin ich eher bei dem Standpunkt: PTBS ist eine Diagnose, eine Kennziffer für die Krankenkasse. Weil es wohl verwaltungstechnisch nicht anders geht. Weil es nun einmal so ist, dass der Mensch gerne in Überschriften, Stichworten und Begrifflichkeiten denkt und spricht. Weil es scheinbar die Kommunikation verbessert.

Ich frage mich nicht mehr, ob ich "die PTBS irgendwann mal wieder los werde". Denn, ich bin nicht die PTBS. In ihrer Beschreibung trifft sie einige meiner Verhaltensweisen. Meiner Schwierigkeiten. Meiner Probleme. Meiner Ängste.
Aber in anderen Bereichen bin ich außerhalb des "Standards".

Ich bin krank. Ich kämpfe tagtäglich um mein Leben, bzw. um das, was ich dafür halte. Oder wo ich mal hin möchte. Und diese einzelnen Bausteine, die muss ich mir anschauen.
Oftmals geht es mir nicht gut. Geht es mir nicht gut damit.

Die Diagnose PTBS ist für mich kein Gradmesser. Sondern das, wie ich mich fühle. Oder warum ich mich so fühle. Die Diagnose brauche ich, damit die Krankenkasse ihren Teil zu meinen Therapiestunden beiträgt.

Letztendlich aber bin ich ein Mensch. Mit meinem Trauma. Mit meiner Geschichte. Und alldem, was sich daraus entwickelt hat. Und oftmals geht es mir nicht gut damit. Das ist mein Gradmesser.

PTBS ist für mich "Makulatur", eine Umschreibung, die es anderen vielleicht eher ermöglicht, mich ein klein wenig besser zu verstehen. Aber tun sie es deshalb wirklich?

Wann gelte ich als "geheilt"? Wenn andere mir sagen, dass ich es bin? Wenn Ängste nicht mehr meine ständigen Begleiter sind? Ich nicht die meiste Zeit dissoziiere, dissoziieren "muss"? Wenn meine Depersonalisierung nur noch in extremen Situationen, z.B. bei absoluter Übermüdung auftritt? Wenn meine Suizidalität nicht mehr in dem Ausmaß vorhanden ist?

Ja, ich habe PTBS. Und ich gehe davon aus, dass sie mich weiterhin - lebenslänglich - begleiten wird. Aber ich habe für mich das Ziel, meine Fähigkeiten dahin gehend aus- und aufzubauen, dass ich mit ihr umgehen kann. Manchmal heißt das "aushalten", manchmal heißt das "annehmen", manchmal heißt das "fühlen" (was so lapidar klingt ist es bei weitem nicht). Manchmal heißt das auch wieder zu verzweifeln und doch das Wissen in mir zu haben, dass auch eine solche Phase vorbei geht.

Und diese Konsequenz, meine Konsequenz, abstrakt gelesen, gilt auch für so viele andere Krankheiten.

Only my two cents

vg Socke

_________________
Am dunkelsten ist es, kurz bevor die Sonne aufgeht
Nach oben Nach unten
Gast
Gast




BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Fr 28 Dez 2012 - 7:28

Liebe Socke,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Er hat mich sehr berührt.

Ich kämpfe zurzeit auch mit meinen Symptomen, merke jetzt eigentlich zum ersten mal wie häufig ich bei schwierigen Gefühlen täglich dissoziiere. Das ist mir früher gar nicht aufgefallen, aber ich lerne mich gerade selbst kennen, und versuche bei mir zu bleiben, deshalb nehme ich es wahr.

Auch für mich gilt ich bin nicht PTBS, ich habe zwar die Diagnose vor einiger Zeit bekommen. Sie soll mich aber nicht ausmachen. Ich bin einfach noch viel mehr bounce

Ich weiss auch nicht, ob es ein geheilt gibt, aber ich dacht halt, ich hätte "nichts" mehr, und jetzt bumm pale

Eigentlich könnte mir das alles auch egal sein, denn ich bin ich jep und ich will auch nur ich sein!! Trotzigbin

Und ich habe kürzlich beschlossen MICH kennenzulernen. Ich denke so kann ich Vieles in mir heilen.

Ganz liebe Grüße
keks

Nach oben Nach unten
Sunny80
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 11.11.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 73


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Fr 28 Dez 2012 - 8:40

Hallo keks,

diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt...

Socke schrieb:
da war es für mich erst einmal gut, eine Diagnose zu haben. Und dann auch noch eine, in der ich mich wieder fand. So wusste ich zumindest schon einmal, ich bin mit vielen meiner Empfindungen nicht alleine.

Genau so ging es mir auch. Das was ich empfinde, fühle, denke ist auf einmal nicht mehr unnormal oder abstrakt, sondern ich konnte es nachlesen!
Für mich ein ganz wichtiger Aha-Effekt.

Und JA! Wir sind mehr als das. Als diese Diagnose.
Und ich will einfach daran glauben, dass es mir irgendwann besser geht.
Aber ganz weg? vergessen? denke es bleibt immer ein - vielleicht immer kleiner werdender - Teil von mir.

Socke schrieb:
Ja, ich habe PTBS. Und ich gehe davon aus, dass sie mich weiterhin - lebenslänglich - begleiten wird. Aber ich habe für mich das Ziel, meine Fähigkeiten dahin gehend aus- und aufzubauen, dass ich mit ihr umgehen kann. Manchmal heißt das "aushalten", manchmal heißt das "annehmen", manchmal heißt das "fühlen" (was so lapidar klingt ist es bei weitem nicht). Manchmal heißt das auch wieder zu verzweifeln und doch das Wissen in mir zu haben, dass auch eine solche Phase vorbei geht.

Danke, unterschreibe ich sofort

_________________
LG Sunny


"Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung."
Antoine de Saint-Exupéry
Nach oben Nach unten
Gast
Gast




BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Fr 8 Feb 2013 - 1:51

Socke schrieb:
irgendwie treibt mich dieses Thema um, und gleichzeitig bekomme ich es wenig zu fassen.

Als ich letztes Jahr die Diagnose PTBS erhielt, da war es für mich erst einmal gut, eine Diagnose zu haben. Und dann auch noch eine, in der ich mich wieder fand. So wusste ich zumindest schon einmal, ich bin mit vielen meiner Empfindungen nicht alleine. Die sind bekannt. Und wenn ich mit einer Therapeutin darüber rede, mich traue, darüber zu reden, dann rede ich nicht eine völlig unverständliche Sprache (wenn ich denn eine Sprache finde).

Heute bin ich eher bei dem Standpunkt: PTBS ist eine Diagnose, eine Kennziffer für die Krankenkasse. Weil es wohl verwaltungstechnisch nicht anders geht. Weil es nun einmal so ist, dass der Mensch gerne in Überschriften, Stichworten und Begrifflichkeiten denkt und spricht. Weil es scheinbar die Kommunikation verbessert.

Ich frage mich nicht mehr, ob ich "die PTBS irgendwann mal wieder los werde". Denn, ich bin nicht die PTBS. In ihrer Beschreibung trifft sie einige meiner Verhaltensweisen. Meiner Schwierigkeiten. Meiner Probleme. Meiner Ängste.
Aber in anderen Bereichen bin ich außerhalb des "Standards".

Ich bin krank. Ich kämpfe tagtäglich um mein Leben, bzw. um das, was ich dafür halte. Oder wo ich mal hin möchte. Und diese einzelnen Bausteine, die muss ich mir anschauen.
Oftmals geht es mir nicht gut. Geht es mir nicht gut damit.

Die Diagnose PTBS ist für mich kein Gradmesser. Sondern das, wie ich mich fühle. Oder warum ich mich so fühle. Die Diagnose brauche ich, damit die Krankenkasse ihren Teil zu meinen Therapiestunden beiträgt.

Letztendlich aber bin ich ein Mensch. Mit meinem Trauma. Mit meiner Geschichte. Und alldem, was sich daraus entwickelt hat. Und oftmals geht es mir nicht gut damit. Das ist mein Gradmesser.

PTBS ist für mich "Makulatur", eine Umschreibung, die es anderen vielleicht eher ermöglicht, mich ein klein wenig besser zu verstehen. Aber tun sie es deshalb wirklich?

Wann gelte ich als "geheilt"? Wenn andere mir sagen, dass ich es bin? Wenn Ängste nicht mehr meine ständigen Begleiter sind? Ich nicht die meiste Zeit dissoziiere, dissoziieren "muss"? Wenn meine Depersonalisierung nur noch in extremen Situationen, z.B. bei absoluter Übermüdung auftritt? Wenn meine Suizidalität nicht mehr in dem Ausmaß vorhanden ist?

Ja, ich habe PTBS. Und ich gehe davon aus, dass sie mich weiterhin - lebenslänglich - begleiten wird. Aber ich habe für mich das Ziel, meine Fähigkeiten dahin gehend aus- und aufzubauen, dass ich mit ihr umgehen kann. Manchmal heißt das "aushalten", manchmal heißt das "annehmen", manchmal heißt das "fühlen" (was so lapidar klingt ist es bei weitem nicht). Manchmal heißt das auch wieder zu verzweifeln und doch das Wissen in mir zu haben, dass auch eine solche Phase vorbei geht.

Und diese Konsequenz, meine Konsequenz, abstrakt gelesen, gilt auch für so viele andere Krankheiten.

Only my two cents

vg Socke

Hallo Socke,

in deinen Zeilen finde ich mich in fast allem wieder, die Erleichterung endlich eine Diagnose zu haben. Alles was folgte, ist nun ein Kampf. Zu Anfang meiner Traumatherapie war ich die PTBS, heute weiß ich genau, dass sie Bestandteil meines Lebens ist, sie gehört dazu. Jedoch bin ich sie nicht. Ich versuche gerade, sie als meine Begleitung anzuerkennen. Wie andere mit ihrem Schicksal fertig werden, mit anderen Erkrankungen, das muss ich nun halt auch. Das fällt mir nicht immer leicht. Ich ertappe mich auch zuweilen dabei, dass ich meine Erkrankung herunter spiele. Sie abwerte. Gerade jetzt zu dem Zeitpunkt mit einer an einer unheilbaren Form an Krebs erkrankten Freundin. Sie muss sterben, ich darf leben. Also mache ich auch was daraus, zumindest versuche ich es.

Ich bin jedoch ungeduldig, mir schreitet die "Heilung" zu langsam voran. Heilung in dem Sinne, wieder eine gute Lebensqualität zu haben.

Es wird nie mehr so sein wie vorher, davon kann ich noch immer nicht wirklich los lassen.

Ich habe die PTBS, aber ich bin sie nicht ! ...

Dieser Satz fiel mir einfach auf, den predigt mir meine Therapeutin sehr oft.

Schön, ihn hier auch lesen zu können. Ich fühle mich grad nicht mehr so alleine.

sunny
Nach oben Nach unten
Lizzanya
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 14.01.13

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 90


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Mi 6 März 2013 - 22:30

Hallo Zusammen,

mir fällt es teilweise schwer, den Antworten hier zu folgen.. bei mir gibt es kein "früher", ich kann das gar nicht beurteilen, "wieder gesund zu sein" oder so.. weil es das bei mir ja nie gab.
Naja, soweit zu mir...
Aber grundsätzlich ist PTBS, meines Wissens, nicht heilbar... Für mich hat sich das am Anfang "voll krass" angehört... aber eigentlich ist es ja auch egal.. (ich rede jetzt nur von mir...!). Ich mein, ich lebe halt damit.. und es gehört halt zu mir. Ich habe es so akzeptiert und sehe es wie auch andere Erkrankungen. Meine Fructose- /Sorbitunverträglichkeit ist auch nicht heilbar und mein kaputtes Fußgelenk ist halt auch kaputt... Was soll´s? Ich kann jetzt den ganzen Tag rumheulen, weil ich ja dies und das nicht essen kann und sonst wie viele Sportarten nicht machen kann und überhaupt.. oder ich blick halt nach vorne, und schaue, was mir bleibt, und freue mich darüber Smile Und auch PTBS ist schlimm und so... aber wir können damit alle leben und es gibt immer noch soooo viele Sachen, die wir trotzdem machen können Smile
Ich denke, wir sollten uns alle darauf konzentrieren und in keinem "Sumpf" versinken...

Ich hoffe, ich trete jetzt keinem auf die Füße... confused

Zitat :
Ich habe die PTBS, aber ich bin sie nicht ! ...

Finde ich gut Smile

Chaka, wir schaffen das gut

Nach oben Nach unten
autschi
Mitglied

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 09.01.12

Weiblich

Geburtstag : 06.09.65

Alter : 53 Sternzeichen : Jungfrau

Anzahl der Beiträge : 6805

Allgemeine Bemerkung : - feel like an alien -

Arbeit/Hobbys : - starbase-commander in künstlerseele! - Copyright -


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 0:03

DOCH! - "ich bin"!
ich bin ..... durch ein paar traumatische erlebnisse gegangen und im nachhinein noch stark belastet und durch das erlebte im alltag noch immer sehr schmerzhaft eingeschränkt!

... post=nach ... trauma=trauma .... belastungsstörung=gestörte belastbarkeit!

das habe ich alles!!! - ich lebe damit!

die ptbs macht mich und uns nicht nur anders, sondern auch besonders!!!
das muss jeder für sich entdecken und ausschöpfen .... das neue potential!!!

ich bin "mit ptbs unterwegs" und nie mehr ohne vielleicht ... trotzdem auch im wesentlichen noch die, die ich ursprünglich bin!

es geht uns viel besser als unzähligen opfern ....... die immer weiter real fürchten und unsägliches leiden müssen ....
- wir sind entkommen, die meisten mehr oder weniger sicher, wir haben zugang zu nahrung und zu medien ..... und das ist gut für uns zu wissen! -

jou, .... autsch....

_________________
... die phantasie ist wichtiger als das wissen, denn wissen ist begrenzt ...
(albert einstein)
Nach oben Nach unten
Engelchen
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 20.12.10

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 187

Allgemeine Bemerkung : krankhafte Optimistin

Arbeit/Hobbys : erfüllte mir meinen Lebenstraum und studiere Psychologie nebst systemischer Familientherapieausbildung


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 0:52

Liebe Mitstreiter!

Das unvermeidliche zu akzeptieren ist meine Strategie gegen das innere Chaos das von manchmal bekannten Triggern, manchmal aber auch einfach so (oder ich kenne den zugehörigen Trigger einfach nicht) ausgelöst wird. Aber was ich durch intensive Selbstbeobachtungen festgestellt habe ist, dass eine Auseinandersetzung damit in jedem Fall ein Trigger ist. Ich vermeide es also darüber zu sprechen, denn danach passiert es immer ....

Ablenkung ist - so meine Erfahrung - die beste Methode - einfach etwas tun, auch wenn das innere System es nicht will. Man gewöhnt sich an den "Zwang" denn nichts zu tun, bedeutet sich im "Leid" zu verlieren und ich will einfach nicht jammern müssen, obwohl ich es machmal möchte, denn die Außenwelt will je eine sichtbare Krankheit, sonst wird sie nicht akzeptiert und zu Hause bleiben zu müssen - vor der regulären Verrentung - ist einfach sichtbar für die Umgebung und dann gehen die Spekulationen los.
Ich habe mir einfach Rheuma ausgedacht, da ich so und so regelmäßig Schmerzzustände habe, damit können die Leute umgehen. Gerade die alten Menschen in meiner Wohnumgebung würden sonst noch Angst vor mir - dem Psycho - haben und das will ich mir nicht ausmalen ....

Ich habe mich damit abgefunden, dass ich damit leben muss, wobei ich mir innigst wünsche, dass zumindest die Gefühllosigkeit irgend wann vorbei geht. Darunter leider ich am Meisten, ich komme mir vor wie ein Zombi und wenn mal was durch die Blockade durchkommt, dann ist es höchstends ein Wutanfall und nichts Postives. Gottseidank habe ich nicht die Fähigkeit verloren Gefühle bei anderen wahrnehmen und benennen zu können. Das hilft ungemein, sich zu tarnen, obwohl gerade die engste Familie es schon merkt und dann negativ sanktioniert (Du bist ja so kalt....). Ich sehe das auch als Schutzfunktion des Körpers, denn wenn er das alles noch fühlen müsste, was so innerlich abläuft, dann würde er nicht mehr mitmachen wollen.

Wie geht es Euch mit der Gefühllosigkeit, so ihr das auch habt?

Herzliche Grüße von

Engelchen
Nach oben Nach unten
hasenstall
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 17.07.12

Weiblich

Geburtstag : 30.09.66

Alter : 52 Sternzeichen : Waage

Anzahl der Beiträge : 305

Arbeit/Hobbys : EM-Rente auf Zeit und Hobbys hatte ich mal!


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 1:29

@ Engelchen,

das mit dem Rheuma find ich Klasse, wär mir viel Kummer erspart geblieben.

Denn, wenn es doch sowieso niemand interessiert, oder wenn die sich mal wieder das Maul zerreissen über diese Psycho, was geht es die dann an, was ich fühle.

Drück dich
hasenstall
Nach oben Nach unten
Mentalistin
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 15.11.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 1130


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 1:41

Also nee, ich kann mit PTBS nicht leben und bin froh, dass manche Symptome schon beinahe wieder weg sind. Ich glaube auch nicht, dass man PTBS ewig hat, sondern dass sie weitgehend geheilt werden kann oder bei Nichtbehandlung in Persönlichkeitsstörungen verwandelt werden, aber darüber streitet ja auch die Fachwelt.

Ganz ehrlich: Müßte ich damit leben, dann würde mich das in den Tof führen und das nicht mal weil ich suizidal wäre, sondern weil der Körper einfach aufgibt z. B. Herzinfarkt.

M.
Nach oben Nach unten
autschi
Mitglied

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 09.01.12

Weiblich

Geburtstag : 06.09.65

Alter : 53 Sternzeichen : Jungfrau

Anzahl der Beiträge : 6805

Allgemeine Bemerkung : - feel like an alien -

Arbeit/Hobbys : - starbase-commander in künstlerseele! - Copyright -


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 3:35

confused

jaja ... die wissenschaft streitet immer ...
drum wissen die auch noch nicht .... dass man mit ptbs nicht lebt .... sondern nur überlebt, -
... wenn gewisse voraussetzungen erfüllt sind ....
schwierig ist sicher, bei einem erwachsenen noch festzustellen, ob die diagnose ptbs eindeutig für alle symptome verantwortlich ist, oder ob noch andere ausnahmezustände dafür ursächlich sind! - ist auch ein unterschied in der symtomatik, wodurch der traumatische zustand ausgelöst wurde, wie lange er anhielt ... und was dann geschah ....
in manchen wissenschaftlichen konstrukten steht auch, dass bereits eine scheidung oder uneinige eltern traumatische kindheitserlebnisse sind .... weil es eben oft langfristige psychische einschränkungen und spuren hinterlässt ...

mir persönlich fehlt da die grenze zu dem was manche menschen mit ptbs durchmachen an flashbacks ... , um so allgemein darüber zu diskutieren oder gar zu urteilen, inwieweit eine behandlung erfolg verspricht, oder welche symptomausprägung gerechtfertigt ist.

ich gebe als grund für meine berentung auch nur körperliche gründe an.
... auch darüber hat man sich das maul zerrissen, als ich mal was sportliches mitmachte und aufgrund des alkohols auf dem fest zusammen mit meinen medis .... na ja .... bin jedenfalls voll schnell gewesen und das schmerzfrei (hab meinem doc gesagt, ich fang das saufen an!) .... und bekam dann aber hintenrum zu hören, wie sie sich das maul zerissen, die anderen eltern .... dass es mir wohl ausgesprochen gut zu gehen schien und dass ich sicher simuliere was die rente angeht ...
missgunst ist auch ein form von missbrauch ... missbrauch der gunst ....

@mentalistin,
ich freu mich für dich, ...
dass es dir so gut geht, du so gut funktionierende unterstützung hattest und du deine ptbs, bzw deine symptome schon fast ausgeheilt hast! - spitze -

gruss autschi.....


_________________
... die phantasie ist wichtiger als das wissen, denn wissen ist begrenzt ...
(albert einstein)
Nach oben Nach unten
Loomie
Moderator

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 09.12.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 1806

Arbeit/Hobbys : Sozialwesen, Kunst, Gitarre spielen, Natur, Fotografieren, Bäume umarmen :)


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 7:04

Hallo alle zusammen,


ich finde auch noch mal wichtig zu sagen,
dass nicht jedes Trauma automatisch
PTBS heißt bzw.
sich aus einem Trauma nicht unbedingt eine PTBS entwickeln muss. Und auch bei dem PTBS gibt es wieder Unterschiede.
Und bei einem Trauma kommt es auch nicht drauf an "wie schwer" es war sondern wie man physisch, psychisch und auch sozial aufgefangen wird und wie die Umstände sind.
Es gibt Menschen die schwere Trauma erlebt haben und trotzdem nicht an einem PTBS erkrankt sind. Und es gibt Menschen die weit kleiner Traumata erlebt haben und bis heute nicht klar kommen.

Ich habe meine PTBS und ich werde das nie wirklich los werden, die letzten zwei Monate beutelt es mich arg. Ich bin berentet deswegen und ich will dem PTBS so gerne in den Ars...treten ...aber klappt nicht.


Liebe Grüße
Loomie

_________________
Ich will ja pünktlich aufstehen aber leider lässt mich meine Bettdecke nicht los zwinker
Nach oben Nach unten
autschi
Mitglied

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 09.01.12

Weiblich

Geburtstag : 06.09.65

Alter : 53 Sternzeichen : Jungfrau

Anzahl der Beiträge : 6805

Allgemeine Bemerkung : - feel like an alien -

Arbeit/Hobbys : - starbase-commander in künstlerseele! - Copyright -


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 10:37

.... ich meine nur, man muss nicht jede störung und erkrankung immer dem aktuellsten diagnoseblattthemenkatalog der unis anpassen und dort einordnen (was man deutlich erkennt, wenn man 30 jahre diagnosechemata einsehen durfte) ...
und selbst wer ptbs hat, kann nicht alle psychischen besonderheiten und symptome darauf allein zurückführen.
störende emotionen, die einen lahmlegen, können jeden treffen.
- nur weil alle grad drüber reden, was bechterew ist und welche symptome das begleitet, habe ich trotzdem keins, wie meine freundin mir dann einreden wollte, nachdem sie mich 30 jahre kennt und weiß, dass ich beriets auf die wirbelsäule endlich richtig diagnostiziert bin!
- genauso ist es mit ptbs ... man kann es verwechseln, wenn man zu focussiert ist auf das aktuellste chema-thema. - als noch alle borderliner waren, gab es sogar dafür mehrere symptomkataloge und keiner wusste genau, welcher gültig ist!

doch die "chronische ptbs" ist eine behinderung!! ganz ohne schönreden und blümchen drumherum ... und normalerweise eine bleibende seelische behinderung (wunder ausgenommen) ... die besondere behandlung braucht, damit sie den erkrankten nicht umbringt!

bei schmerzen spricht man von einer chronifizierung sobald hirnveränderungen eintreten, nach ca 3-6 monaten .... und wenn die symptome bleiben obwohl die ursache der schmerzen behoben oder auf schmerzfreiheit behandelt ist.
ansonsten ist es wie eine narbe im hirn ... oder zusätzliche nervenstränge, die das schmerzzentrum immer weiter triggern ...
heute heilen die leute nach ops doppelt so schnell, weil sie schmerzfrei gemacht werden!
ob das nach einem trauma auch so wäre??? - angstfrei machen, um mehr chancen zu haben, keiner chronifizierung entgegenzusehen .....? - kann sein, oder? - aber das ginge nur bei menschen, die ein kurzfristiges trauma erlitten ..... langfristige traumatisierung und todesangst über mehr als 3-6 monate , so denke ich, ... verändern die hirnnervenstränge bereits chronisch.

heilung für das hirn soll ja einfacher sein, als viele meinen, .....
da ja die wissenschaft so weit ist mit der hirnforschung ..... zu wissen, dass das hirn sich veränderbar und erneuerbar verhält ....
nur bei mir sind diese leute, die das hirn langfristig beeinflussen können und das als behandlung anbieten, in dreissig jahren nie begegnet bei den ärzten oder psychotherapeuten, auch nicht in rehas! - seltsam? - wo doch die wissenschaft schon so weit ist! -
- kommt das noch? - oder hab ich was falsch gemacht?

- na zum glück hammerselbswattendeckt - nur doof, dattatwiddatsu teuer ist ...... scheiß abba auch!
und wieso eigentlich?
- publizieren die wissenschaftler doch echt alle so schlau, obwohl keiner wirklich was tun will oder kann und keiner was zahlen will oder kann, ..... aber alle geld verdienen und sich gerühmt sehen wollen damit, was zu wissen und zu wollkönnen. -
ich fühlte mich nicht gut aufgehoben bei den wollwissern, ...... die ihre frequenz auf durchzug schalten, sobald es ans eingemachte geht.
.... in den zwangsweise auferlegten bedingungen, und ich wurde oft äußerst ungünstig und sinnfrei behandelt .... meine behinderung verschlimmernd ... von leuten, die sich selbst bestens versorgen könndürfen .... durch beratung und behandlung von leuten wie mir!
und die mir vorrechnen müsswollen, ich könne schmerzen viel besser aushalten, als ich gern möchte .... und selber gar nicht wissen kann, was mir hilft, weil es der wissen-katalog der bezahl-wissenschaft auch nicht hergibt.
aber ich darf drüber reden sogar mit nem traumatherapeuten ... es gibt nur keine ... ich darf ne analyse machen 200std. jede woche 3-6 ....... ja toll !!
darf ich dann das für das geld das andre machen? - das was mir immer hilft, nur nicht oft genug? - wieso nicht? - es ist ein sinnvolles hilfreiches international anerkanntes konzept? - kein grund es mir nicht zu bewilligen oder sogar für alle im katalog aufzunehmen! -
ich will mein hirn so heilen, wie ich es als erfogversprechend erlebte .... und nicht lehrmaterial sein für hochbezahlte gelangweilte lehrlinge in symtomtabellenlogik , seelenmanipulation und zuhörtechnik! - aber ohne interesse, ohne zeit, ohne geduld, ohne zuverlässigkeit, ohne konzept, abgeschaltet .... staunend, mal gelangweilt, mal lernend ... immer gut verdienend .....

..... ich kann den schlaubeutelwissern dieser welt zuwinken .... denn ich weiß, wie es wirklich ist!!!
es ist grausam!

autsch.......

_________________
... die phantasie ist wichtiger als das wissen, denn wissen ist begrenzt ...
(albert einstein)
Nach oben Nach unten
Mentalistin
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 15.11.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 1130


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 10:58

Loomie, da hast du genau recht, aber ich bin ja nun im PTBS Forum. Laughing

M.
Nach oben Nach unten
autschi
Mitglied

avatar

Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 09.01.12

Weiblich

Geburtstag : 06.09.65

Alter : 53 Sternzeichen : Jungfrau

Anzahl der Beiträge : 6805

Allgemeine Bemerkung : - feel like an alien -

Arbeit/Hobbys : - starbase-commander in künstlerseele! - Copyright -


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 11:12

@mentalistin:
nur mal so gefragt .... "meinst du, es liegt am forum?"

_________________
... die phantasie ist wichtiger als das wissen, denn wissen ist begrenzt ...
(albert einstein)
Nach oben Nach unten
Mentalistin
Mitglied



Mitgliedschaft als : Betroffene/r

Anmeldedatum : 15.11.12

Weiblich

Anzahl der Beiträge : 1130


BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   Do 7 März 2013 - 11:13

Was denn?

M.
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte





BeitragThema: Re: Einmal PTBS - immer PTBS??   

Nach oben Nach unten
 

Einmal PTBS - immer PTBS??

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 3Gehe zu Seite : 1, 2, 3  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Das Traumaforum :: Gästebereich :: Info-PTBS-